„Ein Traktor für Bella Vista – verrückte Idee oder kluger Plan?“

Shownotes

Wie kann eine Schule in Malawi langfristig unabhängiger von Spenden werden?

Genau darüber machen wir uns gerade viele Gedanken. Denn unsere Felder rund um Bella Vista bieten mehr Möglichkeiten, als wir zunächst gedacht haben. Die erste Reisernte war erfolgreich, der Mais wächst prächtig und auch Bohnen und Trockenreis werden angebaut.

Doch dabei merken wir auch: Wenn wir wirklich mehr Lebensmittel selbst produzieren wollen, brauchen wir die richtige Technik. Und hier kommt mein Vater ins Spiel. Wie so oft denkt er groß. Seine Idee: ein richtiger Traktor. Damit könnten wir nicht nur mehr eigene Felder bewirtschaften. Wir könnten den Traktor mit Fahrer auch an andere Dorfgemeinschaften vermieten und damit Einnahmen erzielen.

Warum das für unsere Schule wichtig ist?

Die wirtschaftliche Lage in Malawi ist schwierig. Die Inflation ist hoch und manche Eltern können das Schulgeld nicht mehr bezahlen. Gleichzeitig möchten wir den Kindern weiterhin gutes Essen, guten Unterricht und neue Möglichkeiten wie Computerunterricht bieten.

Deshalb suchen wir nach Wegen, wie Bella Vista Stück für Stück unabhängiger werden kann.

In dieser Folge erfährst du: warum wir nach Reis jetzt auch Mais und Bohnen anbauen welche Rolle unsere Felder für die Zukunft der Schule spielen könnten warum ein großer Traktor plötzlich eine interessante Idee ist wie Landwirtschaft langfristig Geld für die Schule einbringen könnte warum eigene Lebensmittel für uns immer wichtiger werden wie die Kinder schon heute etwas über Landwirtschaft lernen und warum es manchmal jemanden braucht, der einfach größer denkt

Eine Folge über Landwirtschaft, finanzielle Unabhängigkeit und eine ziemlich große Idee für die Zukunft von Bella Vista.

Transkript anzeigen

00:00:01: Das ist der Podcast für Aldi.

00:00:07: Die neugierig sind auf spannende Projekte und wissen wollen, wie es einer Familie erging, die auch die Idee kam eine Schule in Afrika zu gründen.

00:00:17: Herzlich willkommen zur Folge.

00:00:19: dreiundfünfzig September Langsam wird's Herbst auch in Deutschland Und die Weinlese hier in der Pfalz ist in vollem Gange.

00:00:31: In Malawi?

00:00:33: können wir schon bald die zweite Ernte einbringen.

00:00:37: Rose hat nämlich Mais angepflanzt und der ist prächtig gewachsen, ich habe letztlich ein paar Fotos gesehen Und genau darum geht es heute.

00:00:48: Ich möchte so'n bisschen erzählen von den Überlegungen, die mein Vater für die Zukunft anstellt.

00:00:56: In Malawi baut fast jede Familie zumindest n bisschen was an.

00:01:02: Das kann Mais sein Oft auch Cassava.

00:01:06: das is so ne Wurzelpflanze muss man wässern.

00:01:12: Sonst sind plötzlich Ehepartner auf merkwürdige Art und Weise an Aseen verstorben, da gab es doch mal so ein Film oder Asehen- und Spitzenhäubchen.

00:01:22: War das nicht was?

00:01:25: Ja und auch wir bauen an!

00:01:31: Die Mutter von der Rose in einem ganz kleinen Umfang Auch der Alexander, der Sohn von meinem Vater und Rose hat schon angebaut Und wir haben ziemlich viele Felder.

00:01:44: Ursprünglich wollten wir nämlich mal Zuckerrohr anbauen.

00:01:48: Naja, daraus ist jetzt nichts geworden weil die Zuckerrohrfabrik kam dann doch nicht!

00:01:55: Deswegen liegt es meiste von diesen Feldern brach.

00:02:00: Sie sind ausgesprochen günstig gelegen, weil sie an so einem kleinen Bach liegen und dadurch Wasser da ist falls man in der Trockenzeit bewässern muss.

00:02:12: Ja und wir haben ja schon Reis angebaut und die erste Ernte ist gut gelaufen.

00:02:17: Ich kann jetzt noch nicht genau sagen, wieviel Tonnen da rausgekommen sind.

00:02:22: Schon ordentlich!

00:02:25: Und dann hat Rose gesagt ja ich kann nicht immer das gleiche anbauen und muss wechseln also nochmal Trockenreis, Bohnen und Mais.

00:02:35: Dafür war sie ja vor einem guten Dreiviertel auch in Sambia und hat so einen kleinen Walking-Trocktor mitgebracht.

00:02:44: Wir wollten hier eigentlich gleichen größeren kaufen.

00:02:47: Ja und dann gab es da irgendwie ein Preisgefälle dass wir gesagt haben, Rose das geht nicht.

00:02:52: Das Geld haben wir jetzt einfach gerade

00:02:54: nicht.".

00:02:56: Und ich glaube es war Rose auch ganz recht am Anfang so ein bisschen langsam zu machen.

00:03:01: Einen Schritt nach dem anderen erstmal zu gucken ist der Boden wirklich so gut wie die Spezialisten gesagt haben.

00:03:08: Rose hat sich nämlich Unterstützung geholt.

00:03:11: Die hat beauftragte vom Landwirtschaftministerium da gehabt und die haben ihr dann gesagt ja der Boden ist gut, da geht was!

00:03:20: Und wir haben eine kleine Wassapumpe bekommen und eben diesen Walking Traktor.

00:03:27: Ja, jetzt stellen wir fest – das funktioniert besser als gedacht!

00:03:33: Wir stellen noch was Zweites fest.

00:03:36: Der Boden ist wenn wir ehrlich sind viel zu schwer für den Walking Traktor.

00:03:44: Wir bräuchten einen größeren Traktor und jetzt kommt der Visionär mein Vater ins Spiel.

00:03:53: Ich habe glaube ich schon häufiger gesagt, ich bin ja immer so ein bisschen der Spielverderber und mein Vater ist der, der groß denkt.

00:04:02: Im Prinzip ist es gut dass er das macht weil wenn ich nicht groß denke kann auch nichts großes draus werden.

00:04:10: Und letztlich haben mein Papa und ich länger telefoniert und er hat gesagt du Annette was hältst Du davon?

00:04:17: Ich möchte mich gern hinsetzen und genau recherchieren und größeres Essay schreiben.

00:04:25: Und wollen wir dann noch mal alle unsere Unterstützer fragen, ob wir schaffen zusammenzulegen für einen wirklich großen Traktor.

00:04:34: Er redet von einem wirklich großen Traktor also jetzt nicht so groß wie diese Metrescher die ich gerade hier auf den Feldern gesehen habe allerdings deutlich größer als das was wir jetzt haben.

00:04:46: und auch größer ist es was wir gedacht haben.

00:04:50: Jetzt denkst du dir vielleicht Annette ist das nicht ein bisschen arg hochgegriffen?

00:04:54: Ihr habt doch grade erst angefangen?

00:04:57: Ja, das stimmt.

00:04:57: Wir haben gerade erst angefangen!

00:05:00: Die Idee ist folgende – die Idee wäre zum einen deutlich mehr Felder zu bestellen als wir jetzt können und die Idee ist außerdem diesen Traktor samt Fahrer dann an andere Dorfgemeinschaften zu verleihen.

00:05:22: Das würde Geld reinbringen damit wir Benzin- und Wartung bezahlen können und vielleicht auch Dünger.

00:05:30: Was das jetzt alles mit der Schule zu tun hat?

00:05:34: Ziemlich viel.

00:05:38: Wir sind sehr, sehr dankbar für jede Unterstützung die wir aus Deutschland bekommen.

00:05:47: und ich habe es schon mal gesagt Die Zeiten sind andere als zu der Zeit als wir angefangen haben.

00:05:55: Da ging es Deutschland besser Und da war es einfacher Firmen dafür zu begeistern im fernen Afrika was zu machen.

00:06:07: All die kleineren Firmen, mit denen ich zusammen arbeite, die sagen zu mir, Annette wir müssen erstmal in eine Umgebung was machen.

00:06:17: Dann können wir Richtung Afrika gucken.

00:06:20: Sonst haben die Menschen dafür kein Verständnis warum wir uns um Leute kümmern, mit dem wir nichts zu tun haben wenn es doch vor der eigenen Haustür brennt?

00:06:30: Ich kann das verstehen und deswegen ist es uns wichtig zu überlegen was wir noch tun können um die Schule zum einen unabhängiger zu machen.

00:06:46: Irgendwann soll sie sich von selber tragen und um die Lebensmittel zu gewährleisten, die wir brauchen damit unsere Kinder vernünftiges Essen kriegen Und auch immer wieder Kinder behalten zu können bei denen die Eltern nicht mehr bezahlen können.

00:07:09: Ich hatte das schon erzählt dass in Südafrika gerade sehr viele Malawi sozusagen rausgeschmissen wurden, weil sie dort illegal gearbeitet haben.

00:07:21: Rein gesetzlich gesehen ist es so wenn ich kein Aufenthaltstitel habe dann muss sich ein Land wieder verlassen und die Malawias sind ja nicht dorthin geflüchtet sondern die sind dorthIN um mehr Geld zu verdienen als in Malawi.

00:07:37: Siebzig Tausend sind jetzt wieder in Malavi zurückgekehrt – wenn nicht noch mehr!

00:07:43: Die Lage in Südafrika hat sich zum Glück auch etwas beruhigt Und gleichzeitig Ist die Inflation in Malawi hoch?

00:07:53: Und wir haben schon Eltern, die einfach das Schulgeld nicht bezahlen können.

00:07:58: Das ist für die Rose ein echtes Problem!

00:08:02: Zum Glück haben wir viele Patenschaften und zum Glück haben immer wieder Menschen, die Bargeld mitnehmen können weil wir vor Ort einen besseren Wechselkurs kriegen.

00:08:13: Wenn wir alles Geld über die Bank schicken müssten hätte die Rose immer noch ein Problem.

00:08:19: Weil der Wechselkurse so schlecht ist Ist es uns wichtig, in alle Richtungen zu denken bis zum Ende zu überlegen.

00:08:32: Was können wir noch tun?

00:08:35: Unabhängig davon dass wir alles dafür tun das die Kinder gute Schulabschlüsse machen.

00:08:41: unsere Abschlussklasse die achte Klasse hat jetzt schon zwei Wochen früher mit dem Unterricht begonnen damit wir zwei Wochen mehr Zeit haben die Kinder gut fortzubereiten.

00:08:56: und dazu gehört eben auch drüber nachzudenken, wie können wir Kosten senken indem wir Lebensmittel selber produzieren?

00:09:05: und vielleicht ist es sogar möglich dass A. Kinder dann was über Landwirtschaft lernen.

00:09:12: Rose hat nämlich schon auf dem Schulgelände einen kleinen Garten angelegt oder in der Unterricht draußen stattfindet und die Kinder lernen wie man das eine oder andere anbaut und möglicherweise ist das auch in der Zukunft machbar mit unseren Feldern plus.

00:09:31: Das ist natürlich gut wäre, wenn die Schule darüber Einnahmen generieren könnte.

00:09:38: Jetzt geht es ja dann darum, dass wir auch Computerunterricht anbauen – an Bieten natürlich möchten!

00:09:46: Der Raum ist inzwischen da, die Steckdosen sind verlegt, die ersten Computers sind da und natürlich wird dann was kaputt gehen Und wir brauchen einen guten Lehrer.

00:09:55: das will alles bezahlt werden.

00:09:58: So is also mein Vater wie so häufig der Visionär, der groß denkt Du, das Schlimmste was passieren kann eine Nette ist, dass wir das Geld nicht zusammen kriegen.

00:10:11: Weil da reden mir jetzt schon von einigen tausend Euro.

00:10:16: Doch wenn wir es nicht probieren dann wird's auf gar keinen Fall klappen.

00:10:20: und damit hat er natürlich recht und ich erinnere mich daran als wir zwei Tausend Achtzehn darüber geredet haben ,dass wir das Internat für die Mädchen bauen wollen.

00:10:34: Da habe ich mich einen Spruch von einem Herrn Marty erinnert, der da sagte.

00:10:38: Wo kämen wir hin?

00:10:40: Wenn alle sagten, wo kämen wie hin und keiner ginge zu sehen wohin wir kämen wenn wir gingen.

00:10:49: Da hat er Recht!

00:10:50: Und deswegen gebe ich meinem Vater recht Es ist gut große Visionen zu haben auch wenn ich ihn manchmal wieder auf dem Boden der Tatsachen zurückholen muss.

00:11:00: Ich finde es gut dass er sich damit beschäftigt und übrigens Mit seinen dreieinachtzig Jahren lernt er jetzt gerade noch, wie man KI richtig befragt.

00:11:11: Ob Chatchi Petit dann immer das wahre erzählt weiß ich natürlich nicht – Ich finde es einfach gut dass er sich damit beschäftigt!

00:11:21: Welche Visionen hast du für dich?

00:11:23: Dein Leben und deine Familie?

00:11:26: Denk doch mal drüber nach!

00:11:28: Ich wünsch dir eine gute Zeit und wir hören uns in zwei Wochen!

00:11:35: Schön, dass du dabei warst.

00:11:37: Lass es dir gut gehen und ich freue mich, wenn wir uns ganz bald wieder hören.

00:11:41: Wenn es heißt Bella Vista Malawi eine Schule in Afrika.

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